451.336

Entscheid
betreffend den Schutz der Moore "La Gouille Verte", Gemeinde Martinach-Combe

vom 27.05.1998 (Stand 19.06.1998)
Der Staatsrat des Kantons Wallis

eingesehen das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966;

eingesehen die Bundesverordnung über den Schutz der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung vom 21. Januar 1991 (Objekt Nr. 86, La Gouille Verte);

eingesehen das Bundesgesetz über die Raumplanung vom 22. Juni 1979;

eingesehen das Gesetz betreffend die Ausführung des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 23. Januar 1987;

eingesehen die Bestimmungen von Artikel 186 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch;

auf Antrag des Departements für Verkehr, Bau und Umwelt,

entscheidet:
Art. 1
Schutzgebiet
1

Die Moore "La Gouille Verte", gelegen auf Gebiet der Gemeinde Martinach-Combe werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Massgebend ist der Grenzverlauf auf dem Ausschnitt der Landeskarte 1:5'000, welcher dem Original dieses Entscheides als Bestandteil beigelegt ist.

2

Das Schutzgebiet wird an gut zugänglichen Stellen auf Informationstafeln dargestellt und ist im Nutzungsplan der Gemeinde gemäss Artikel 17 RPG als Naturschutzzone auszuscheiden.

Art. 2
Zweck
1

Der Schutz dieses Gebietes bezweckt:

a) die ungeschmälerte Erhaltung seiner Feuchtbiotope von grossem Wert mit ihrer speziellen und seltenen Flora und Fauna;
b) den Schutz der typischen Tier- und Pflanzenwelt;
c) die Erhaltung des natürlichen Landschaftsaspektes;
d) die Verhinderung schädlicher Einwirkungen jeglicher Art wie Beweidung, Entwässerungen und Trittschäden;
e) die Information der Bevölkerung über die Ziele und Werte des Natur- und Landschaftsschutzes.
Art. 3
Pflege und Unterhalt
1

Das Departement ergreift die zur ungeschmälerten Erhaltung des Schutzgebietes notwendigen Massnahmen. Es kann zu diesem Zweck Vereinbarungen treffen und Aufträge erteilen.

Art. 4
Verbote
1

Innerhalb des Schutzgebietes sind jegliche Neubauten sowie sämtliche Arbeiten und Nutzungen, welche das Schutzgebiet belasten und dem Schutzzweck widersprechen, untersagt, insbesondere:

a) Entwässerungen oder Wasserfassungen;
b) das Einleiten von Abwässern;
c) das Ausbringen von Dünger;
d) die Beweidung;
e) das Betreten der Moorflächen;
f) jegliches Befahren mit Fahrzeugen;
g) das Pflücken von Pflanzen;
h) das Fangen von Tieren;
i) das Laufenlassen von Hunden (Hunde sind an der Leine zu führen).
Art. 5
Abweichungen
1

Das Departement kann für die Erhaltung und Pflege des Schutzgebietes, für wissenschaftliche Zwecke sowie für die Renovation bestehender Bauten Ausnahmebewilligungen erteilen.

Art. 6
Forstwirtschaftliche Nutzung
1

Die forstwirtschaftliche Nutzung ist auf die Schutzziele abzustimmen und soll auch die nicht forstlichen Biotope begünstigen.

Art. 7
Landwirtschaftliche Nutzung
1

Der Zugang eines angemessenen Tierbestandes zur Tränkestelle (Kote 1'900m) wird gewährleistet.

Art. 8
Aufsicht
1

Das Forst- und Naturschutzpersonal sowie die Wild- und Flurhüter sind verpflichtet, jede Zuwiderhandlung gegen die Verbote von Artikel 4 der Dienststelle für Wald und Landschaft anzuzeigen.

Art. 9
Strafen
1

Widerhandlungen gegen diesen Entscheid werden durch das zuständige Departement oder den Richter gemäss den Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz bestraft.

2

Der Verursacher von Schäden trägt die Kosten der Wiederherstellung.

Art. 10
Inkrafttreten
1

Dieser Entscheid tritt mit der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

CSW BO/Abl. 25/1998

Änderungstabelle - Nach Beschluss

Beschluss Inkrafttreten Element Änderung Quelle Publikation
27.05.1998 19.06.1998 Erlass Erstfassung BO/Abl. 25/1998

Änderungstabelle - Nach Artikel

Element Beschluss Inkrafttreten Änderung Quelle Publikation
Erlass 27.05.1998 19.06.1998 Erstfassung BO/Abl. 25/1998